Weniger Schulabbrecher und mehr Hochschulabsolventen in Europa, doch weitere Anstrengungen sind nötig

Wenn die Mitgliedstaaten die Europa-2020-Bildungsziele - Senkung der Schulabbrecherquote auf unter 10 % und Erhöhung des Anteils junger Menschen mit Hochschulabschluss bzw. vergleichbarem Abschluss auf mindestens 40 % - erreichen wollen, dann müssen sie sich stärker anstrengen. Das geht aus den Daten von Eurostat für 2011 hervor, die zeigen, dass die Mitgliedstaaten zwar Fortschritte erzielen, jedoch nach wie vor große Unterschiede bestehen und es durchaus fraglich ist, ob die EU ihre Ziele für 2020 erreichen wird. Der Anteil der Schulabbrecher beträgt derzeit 13,5 %, während er 2010 bei 14,1 % und 2000 bei 17,6 % lag. Im Jahr 2011 hatten 34,6 % der 30- bis 34-Jährigen in der EU einen Hochschulabschluss, gegenüber 33,5 % im Vorjahr und 22,4 % im Jahr 2000. Auch wenn die jüngsten Zahlen Fortschritte bei diesen beiden Zielen belegen, so befürchtet die Kommission doch, dass sie nicht das Ergebnis von Reformen mit langfristigen Auswirkungen, sondern vielmehr eine Nebenerscheinung der hohen Jugendarbeitslosigkeit sind, infolge der mehr junge Menschen länger im Bildungssystem verbleiben. Besorgniserregend ist auch, dass die nationalen Zielvorgaben der Mitgliedstaaten nicht ausreichen, damit die EU ihr gemeinsames globales Ziel erreichen kann. 11 Mitgliedstaaten haben die 10 %-Schulabbrecher-Zielmarke überboten,wobei als Schulabbrecher Personen zwischen 18 und 24 Jahren gelten, die lediglich über einen Abschluss der Sekundarstufe I verfügen und keine weiterführende Schul- oder Berufsausbildung durchlaufen. Die höchsten Schulabbrecherquoten verzeichnen Malta (33,5 %), Spanien (26,5 %) und Portugal (23,2 %); gleichwohl haben diese Länder in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte erzielt. Weitere Mitgliedstaaten, die den Anteil der Schulabbrecher senken konnten, sind Zypern (11,2 %), Lettland (11,8 %) und Bulgarien (12,8 %). Die Kommission wird über die jüngsten Entwicklungen im Bereich Schulabbrecherquote und Hochschulbildung in der nächsten Ausgabe des "Education Monitor" (Herbst 2012) und im nächsten Jahreswachstumsbericht (2013) berichten.

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