Verbraucherbarometer zeigt, wo die Bedingungen für die Verbraucher am besten sind

Brüssel, 29. Mai 2012 - Aus der Frühjahrsausgabe des Verbraucherbarometers geht hervor, dass das Jahr 2011 - nach einem Rückgang im Jahr 2009 - das zweite in Folge war, in dem die Bedingungen für die Verbraucherinnen und Verbraucher in vielen EU-Ländern besser geworden sind. Die Lage der Verbraucher wird unter anderem daran gemessen, wie groß ihr Vertrauen in Behörden, Händler und Verbraucherorganisationen, in die Produktsicherheit sowie in die Effektivität der Streitbeilegung und der Abwicklung von Beschwerden ist. Das Barometer zeigt auch, dass die Verbraucher jenseits der Grenzen noch immer nicht so problemlos einkaufen können wie im eigenen Land; dadurch entgehen ihnen eine größere Auswahl und Sparmöglichkeiten (der potenzielle Gewinn würde sich auf 204 Mrd. EUR pro Jahr belaufen). Fortschritte hinsichtlich der Lage der Verbraucher in den verschiedenen Ländern Der Index 2011 belegt, dass das Jahr das zweite in Folge war, in dem sich die Verbraucherbedingungen verbessert haben; im Jahr 2009 hatte es eine rückläufige Entwicklung gegeben. Die Länder mit den besten Bedingungen für Verbraucherinnen und Verbraucher sind Luxemburg, das Vereinigte Königreich, Dänemark, Österreich, Irland, Finnland, die Niederlande, Belgien, Deutschland, Frankreich und Schweden; sie alle liegen über dem EU-Durchschnitt. Das Barometer bestätigt, dass der Internethandel zwar zunimmt, sich aber nach wie vor weitgehend im Inland abspielt, obwohl die Auswahl und das Sparpotenzial bei grenzübergreifenden Einkäufen durchaus größer sein können. Es sind verstärkte Anstrengungen erforderlich, um die Vorteile eines echten digitalen Binnenmarkts voll auszuschöpfen. Da sich die Sorgen der Verbraucher hinsichtlich ausländischer Unternehmer alles in allem als unbegründet erweisen und der grenzübergreifende elektronische Handel offenbar auch mindestens ebenso sicher ist wie der inländische, könnten die Verbraucherinnen und Verbraucher vertrauensvoller in anderen EU-Ländern einkaufen. Kenntnisstand bezüglich der Verbraucherrechte erschreckend niedrig Viele Verbraucherinnen und Verbraucher kennen ihre Rechte nicht. EU-weit konnten nur 12 % derer, die sich an der Erhebung beteiligten, Fragen zur Garantie, zu den Bedenkzeiten (Widerrufsrecht) und zum Vorgehen bei Erhalt unbestellter Waren richtig beantworten. Vielen Unternehmen waren ihre gesetzlichen Pflichten gegenüber Verbrauchern nicht klar. Nur 27 % wussten zum Beispiel, wie viel Zeit den Verbrauchern zusteht, um ein mangelhaftes Produkt zurückzugeben. Unlautere Geschäftspraktiken gibt es nach wie vor Immer noch sind illegale Praktiken zu verzeichnen. Seit dem Jahr 2010 hat die Zahl der Verbraucher und Händler zugenommen, die irreführende, täuschende oder sogar betrügerische Werbung und Angebote bemerkt haben; noch größer ist die Zunahme derer, die nicht bestellte Waren erhalten haben. "Die neue EU-Verbraucheragenda 2014-2020 zielt darauf ab, die Kompetenz, das Wissen und das Vertrauen der Verbraucher zu erhöhen, indem ihnen all das bereitgestellt wird, was sie benötigen, um aktiv am Markt teilzunehmen, den Markt für sich zu nutzen, ihr "Auswahlrecht" auszuüben und ihre Ansprüche durchzusetzen. Die zurzeit erörterten Verfahren zur außergerichtlichen Regelung von Streitigkeiten mit Unternehmen (Vorschläge für Rechtsakte zur alternativen und zur Online-Streitbeilegung) werden den europäischen Verbraucherinnen und Verbrauchern dabei helfen, ihre Probleme zu lösen - ganz gleich, wo und wie das Produkt oder die Leistung gekauft oder bestellt wurde.

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